VW, Mercedes und BMW im Angesicht von Donald Trump – eine Gratwanderung zwischen Investitionen in den USA, Erhalt der Aktivitäten in Europa und Aufholjagd in der Elektromobilität
Die deutsche Automobilindustrie steht vor einer dreifachen Herausforderung: dem Wettbewerb aus China, einem schwierigen Übergang zur Elektromobilität und den US-Zöllen.
Die deutschen Automobilhersteller und ihre Zulieferer befinden sich in der Tat inmitten der geopolitischen Umbrüche: Einerseits müssen sie mit den Auswirkungen der chinesisch-amerikanischen Rivalität umgehen, andererseits sind sie auch direkt von der Politik des US-Präsidenten betroffen. Sie müssen sich nun an den US-Zöllen und den US-Vorschriften zur lokalen Wertschöpfung orientieren. Die Zölle auf Fahrzeuge und Fahrzeugkomponenten sollen das Handelsdefizit der USA gegenüber anderen Ländern verringern, darunter auch Deutschland – für das die USA, im Jahr 2025, der wichtigste Autoabsatzmarkt darstellten. Getreu dem Motto „America First“ verfolgt der US-Präsident mit seiner Handelspolitik eine Strategie der Reindustrialisierung der USA, um dort wieder Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe zu schaffen. Die Automobilhersteller müssen sich anpassen, indem sie, zwecks Umgehung der Zölle, Aktivitäten auf dem US-Markt verstärken. Dies könnte sich jedoch als kontraproduktiv für die Interessen der ohnehin schon geschwächten deutschen Automobilindustrie erweisen, wie die zahlreichen Entlassungen der letzten Jahre zeigen.
- Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar: Allemagne d'aujourd'hui, 2026/3 Nr. 257, Juli-September 2026 (S. 108-119).
>> Marie Krpata ist Research Fellow, Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri. wo sie sich insbesondere mit der Europäischen Union und der Außenpolitik Frankreichs und Deutschlands befasst. Als ausgebildete Juristin und Politikwissenschaftlerin führte sie ihre Karriere nach Österreich, Frankreich und Deutschland.
Die deutsch-französischen Beziehungen im Lichte der zweiten Amtszeit von Donald Trump: zwischen strategischen Neuausrichtungen, europäischer Souveränität und der Beständigkeit der transatlantischen Beziehungen
Die Rückkehr Donald Trumps in das Amt des Präsidenten der USA im Jahr 2025 wirkt als starker Katalysator für die deutsch-französischen Beziehungen. Angesichts der wachsenden Unsicherheit über die Verlässlichkeit der amerikanischen Sicherheitsgarantien nähert sich Deutschland, das von der Infragestellung der transatlantischen Beziehungen stärker betroffen ist, schrittweise der französischen Position an, die auf eine Stärkung der europäischen strategischen Souveränität abzielt.
MAGA und AfD: Auf dem Weg zu einem transatlantischen Bündnis der nationalistischen Rechten
Die Annäherung zwischen Donald Trumps MAGA-Bewegung und der deutschen AfD hat sich seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus deutlich beschleunigt.
Mit Sicherheit eingebunden. Die bilaterale Wiederannäherung von Deutschland und Großbritannien nach dem Brexit
Seit dem britischen EU-Austritt haben die deutsch-britischen Beziehungen eine bemerkenswerte Wende durchlaufen: von der bewussten Distanzierung Berlins, während der Brexit-Verhandlungen – in denen Deutschland konsequent die Geschlossenheit der EU-27 über bilaterale Sonderwege – hin zu einer schrittweisen Wiederannäherung, die 2025 im Kensington-Freundschaftsvertrag ihren vorläufigen Höhepunkt fand.
Zwischen Protest und Machtanspruch: Die AfD vor den Landtagswahlen im Osten
Die Landtagswahlen im September werden zeigen, inwieweit sich die AfD von einer Protestpartei zu einer potenziellen Regierungspartei entwickelt, vor dem Hintergrund einer zunehmenden politischen Fragmentierung und wachsenden Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Koalition. Während die AfD im Osten Deutschlands fest etabliert ist, gewinnt sie auch im Westen an Boden und wirft damit grundlegende Fragen zur Koalitionsbildung und zur künftigen Entwicklung der deutschen Politik auf.