Die deutsch-französischen Beziehungen im Lichte der zweiten Amtszeit von Donald Trump: zwischen strategischen Neuausrichtungen, europäischer Souveränität und der Beständigkeit der transatlantischen Beziehungen
Die Rückkehr Donald Trumps in das Amt des Präsidenten der USA im Jahr 2025 wirkt als starker Katalysator für die deutsch-französischen Beziehungen. Angesichts der wachsenden Unsicherheit über die Verlässlichkeit der amerikanischen Sicherheitsgarantien nähert sich Deutschland, das von der Infragestellung der transatlantischen Beziehungen stärker betroffen ist, schrittweise der französischen Position an, die auf eine Stärkung der europäischen strategischen Souveränität abzielt.
Der Amtsantritt Friedrich Merz’ als Bundeskanzler im Mai 2025 eröffnet damit nach mehreren Jahren, die von erheblichen Meinungsverschiedenheiten geprägt waren, eine neue Phase der Zusammenarbeit mit Paris. Die deutsch-französischen Beziehungen konzentrieren sich nun zunehmend auf die Gewährleistung von Sicherheit: Die Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten, die Unterstützung der Ukraine, die industrielle und technologische Zusammenarbeit, den Schutz strategischer Interessen sowie den Dialog über die nukleare Abschreckung. Diese Annäherung spiegelt einen tiefgreifenden Wandel des „deutsch-französischen Motors“ wider, der sich zunehmend von einem Instrument des Kompromisses und der Steuerung der europäischen Integration zu einem Rahmen für die gemeinsame Anpassung an ein instabileres internationales Umfeld entwickelt. Diese neue Dynamik bleibt jedoch durch anhaltende Unterschiede in Handels-, (Rüstungs)Industrie- und Diplomatiefragen begrenzt. Die zweite Präsidentschaft Trumps beseitigt die Meinungsverschiedenheiten zwischen Paris und Berlin nicht, trägt jedoch dazu bei, die Rolle und die Prioritäten ihrer Partnerschaft im Zeichen des wachsenden Gebots europäischer Sicherheit neu zu definieren.
- Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar: Allemagne d'aujourd'hui, 2026/3 Nr. 257, Juli-September 2026 (S. 125-136).
>> >> Paul Maurice Generalsekretär des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri.
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