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Frankreich saniert Atomkraftwerke – und Deutschland profitiert

Medienbeitrag |

zitiert von Friederike Hofmann im

  Handelsblatt 

 
Accroche

Mit Investitionen von 100 Milliarden Euro will Frankreich seine Reaktoren für lange Laufzeiten fit machen. Das wäre auch für Nachbarländer lukrativ. Einige Fragen sind aber noch zu klären.

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Paris. Die Rotoren der mehrere Meter hohen „Arabelle“-Dampfturbine glitzern im Scheinwerferlicht. Davor leuchten die Augen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, als er seine Entscheidung verkündet, „alle Reaktoren zu verlängern, die verlängert werden können“.

Das war am 10. Februar 2022, kurz vor Beginn des Ukrainekriegs. Damals stand Macron im Turbinenwerk in Belfort und rief die „Renaissance der Atomkraft“ in Frankreich aus.

Gerade wird diese Renaissance Wirklichkeit. Die Atomaufsicht hat vor einigen Monaten für 20 weitere Reaktoren grünes Licht gegeben, zehn Jahre länger im Betrieb zu sein. Anfang Januar sind die ersten dafür nötigen Überprüfungen gestartet. Somit darf ein Großteil der französischen Atomkraftwerke bis zu 50 Jahre laufen. Und jetzt plant Frankreich sogar, die Laufzeiten auf mindestens 60 Jahre auszudehnen.

Aktuelle Berechnungen des französischen Rechnungshofs schätzen die Kosten dafür auf 100 Milliarden Euro. Trotzdem könnte sich das für Frankreich lohnen. Und auch für seine Nachbarländer wie Deutschland.

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Umfangreiche Umrüstungen nötig

Doch die Reaktoren sind in die Jahre gekommen. Die meisten wurden in den 80er- und 90er-Jahren gebaut. Das Alter bringt Verschleiß mit sich. Dem will EDF mit einem groß angelegten Nachrüstungs- und Erneuerungsprojekt entgegenwirken, bei dem auch bestimmte verschleißanfällige Komponenten wie die Dampfgeneratoren ausgetauscht werden.

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Der Energieexperte Marc-Antoine Eyl-Mazzega vom Pariser Thinktank Institut français des relations internationales (Ifri) sieht technisch wenige Probleme. „Solange Wartungsarbeiten und die Sicherheitsprüfungen regelmäßig durchgeführt und Teile wie Pumpen, Röhren und Turbinen ausgewechselt werden, kann eine Anlage problemlos 100 Jahre laufen.“

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Marc-Antoine EYL-MAZZEGA
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Direktor des Zentrums für Energie und Klima des Ifri

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Niedrigere Strompreise auch in Deutschland

Auf die Strompreise könne sich eine Laufzeitverlängerung der französischen Atomkraftwerke ebenfalls positiv auswirken, sagt Ökonom Keppler. „Durch die Laufzeitverlängerung in Frankreich steht auch für Deutschland billigerer Strom ohne direkte CO2-Emissionen zur Verfügung.“ Davon könnten auch deutsche Kunden profitieren: Denn über den europäischen Strommarkt fließt der französische Nuklearstrom auch in deutsche Netze.


•    Gleichzeitig werde die Stromversorgung gesichert, indem Frankreich weiterhin auf Atomkraft setze, fügt Ifri-Forscher Eyl-Mazzega hinzu. Wenn Windkraft und Solarstrom in Deutschland gerade keinen Ertrag brächten, also eine sogenannte Dunkelflaute herrsche, könne der konstante französische Strom das Defizit ausgleichen.


•    Umgekehrt würden, wenn es Überschüsse in Deutschland gebe, die französischen Reaktoren teilweise heruntergefahren, sodass sich Solarstrom in den Netzen verbreiten könne. „Das ist eine sehr wichtige Rolle, die erheblich zur Stromversorgungssicherheit in Europa beiträgt“, sagt Eyl-Mazzega.
 

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Friederike Hofmann

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