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Aus für Kampfjet-Projekt FCAS: Nur Emmanuel Macron glaubte noch an den europäischen Superjet

Medienbeitrag |

zitiert von Daniel Steinvorth in der

  Neuen Zürcher Zeitung 

 
Accroche

Das ehrgeizigste Rüstungsprojekt Europas ist Geschichte. Für die Zukunft der deutsch-französischen Zusammenarbeit wirft das grundsätzliche Fragen auf.

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Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Borsig-Villa, Berlin – 23. Juli 2025
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Borsig-Villa, Berlin – 23. Juli 2025
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Es hätte Europas wichtigstes Rüstungsvorhaben werden sollen. Doch am Ende waren sich Deutschland und Frankreich nicht einmal einig, wie sie den Abbruch ihres gemeinsamen Kampfjetprojekts Future Combat Air System (FCAS) bekanntgeben wollten.

Von einer koordinierten Kommunikation konnte jedenfalls keine Rede sein, als am Montag zunächst Informationen aus Berliner Regierungskreisen an die Öffentlichkeit gelangten. Mehrere Zeitungen berichteten, dass Bundeskanzler Friedrich Merz Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron empfohlen habe, den gemeinsamen Kampfjet nicht weiterzuverfolgen. Während die Bundesregierung dies kurz darauf bestätigte, äusserte sich der Élysée-Palast erst Stunden später offiziell.

Irritation in Paris

In einer Stellungnahme hiess es, Macron und Merz bedauerten das Scheitern des Rüstungsprojekts. Zugleich verwies das französische Präsidialamt darauf, dass "die deutsche Seite" zu dem Schluss gekommen sei, die beteiligten Unternehmen nicht weiter unter Druck setzen zu können. Das war ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass Paris die Verantwortung für das FCAS-Aus vor allem in Berlin verortete.

Zwar hatte auch in Frankreich kaum noch jemand mit einer Rettung des sogenannten Kampfjets der nächsten Generation gerechnet. Alle politischen Vermittlungsversuche zwischen den Herstellern Dassault und Airbus waren erfolglos geblieben. "Am Ende glaubte nur noch Emmanuel Macron an das Überleben von FCAS", sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im französischen Senat, Cédric Perrin. Verärgert war man in Paris dennoch über die Art und Weise, wie Berlin das Ende des Projekts öffentlich machte.

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Für den Politologen Paul Maurice vom Pariser Institut français des relations internationales (Ifri) greift die Suche nach Schuldigen dennoch zu kurz. "Die Frage ist nicht unbedingt, wer die Verantwortung für das Ende des Kampfjets trägt", sagt er. Entscheidend sei vielmehr, was Frankreich und Deutschland nach dem Ende von FCAS tun würden. Die strategische Ausgangslage habe sich seit dem Start des Projekts vor neun Jahren mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Unsicherheit über die amerikanischen Sicherheitsgarantien und der rasanten Entwicklung unbemannter Systeme grundlegend verändert.

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Von einem schlechten Omen für die deutsch-französischen Beziehungen will Maurice deshalb nicht sprechen

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Man darf die deutsch-französischen Beziehungen nicht romantisieren.

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Paul MAURICE
Intitulé du poste

Generalsekretär des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri

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Paris und Berlin hätten ihre Interessen nie vollständig geteilt.

Kein vollständiges Aus

Gerade deshalb bewertet Maurice auch das Ende von FCAS nüchtern. Der Projektabbruch sei letztlich ein pragmatischer Entscheid gewesen – eine Entscheidung, die aus seiner Sicht längst hätte getroffen werden müssen. Frankreich und Deutschland blieben dennoch die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Mächte Europas. Gerade bei Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und neuen Technologien sieht Maurice weiterhin grossen Bedarf für gemeinsame europäische Projekte.

[...]

 

>> Den vollständigen Artikel auf der Website der Neuen Zürcher Zeitung lesen (Nur für Abonnenten).

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Daniel Steinvorth

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