Duo Infernale: Die französische Rechte rüstet auf
Die Präsidentschaftswahl in Frankreich verspricht spannend zu werden. Solange sich das oberste französische Gericht mit der Rechtmäßigkeit zweier Urteile gegen Marine Le Pen befasst, will die Frontfrau des Rassemblement National Wahlkampf machen.
Plan B fällt aus. So hat es Marine Le Pen verfügt. Zur besten Sendezeit verkündete sie im französischen Fernsehen: "Ich bin Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen." Damit muss Jordan Bardella, Parteichef des rechtsextremen Rassemblement National und in Umfragen beliebter als Le Pen, wieder zurück in die zweite Reihe und darf seine Hoffnungen, 2027 zur Präsidentschaftswahl antreten zu können, fürs Erste begraben. Wie es sich für einen loyalen Parteisoldaten gehört, machte Bardella gute Miene zum Spiel seiner Mentorin, die den 30-Jährigen in den vergangenen Jahren zum neuen Gesicht der Partei aufgebaut hatte.
Beste Chancen für Marine Le Pen
Das höchste Amt im Staat soll mit einer Le Pen besetzt werden. Darauf arbeitet die Tochter von Parteigründer Jean-Marie Le Pen schließlich seit Jahren hin. Es ist ihre vierte Kandidatur. Und: Es ist ihre bislang aussichtsreichste. In Umfragen liegt ihre Partei stabil über 30 Prozent. Trotz der Verurteilung Le Pens aufgrund der jahrelangen Veruntreuung von öffentlichen Geldern in Millionenhöhe, die sie gerade von dem höchsten französischen Gericht überprüfen lässt.
Ihre Anhänger, so erklärt es Benjamin Morel, Verfassungsrechtler von der Universität Paris-Panthéon-Assas, ficht das nicht an. Im Gegenteil, sie glaubten grundsätzlich an eine politische Verschwörung gegen ihre Marine. Die wiederum spricht von "Renaissance", "Wiedergeburt" und feiert sich dafür, weil sie trotz aller widrigen Umstände nun doch zur Wahl antreten kann. Vorerst jedenfalls.
Jordan Bardella – der Bling-Bling-Kandidat als Plan B
Plan B wäre die Kandidatur von Jordan Bardella gewesen.
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Bardella steht für eine neue, frische Partei, sagt Paul Maurice vom Institut francais des relations internationales (Ifri) gegenüber BR24. Er habe keine politische Vergangenheit und könne sich durch seine Herkunft aus einer Pariser Banlieue als Anti-Elite positionieren. Das verfängt besonders bei den Wählerinnen und Wählern, die mit den bisherigen Parteien nichts zu tun haben wollen. Auch gegen Bardella ermittelt die französische Justiz, unter anderem wegen der Veruntreuung von öffentlichen Geldern, auch hier geht es um Geld aus dem Europa-Parlament.
Ein Tandem gegen Deutschland?
Falls Le Pen die Präsidentschaftswahl gewinnen sollte, soll Bardella ihr Premierminister werden. So hat es Le Pen bereits verfügt. Für Deutschland bedeuten beide Personalien vor allem eines: noch mehr Stress mit den Nachbarn. Schon in ihrem Wahlprogramm 2022 hatte Marine Le Pen geschrieben, dass bei Kooperationen mit Deutschland andere Saiten aufgezogen werden müssten. Mit einer Präsidentin Le Pen dürfte die Zusammenarbeit deutlich schwieriger werden, befürchtet Paul Maurice vom Ifri.
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