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Dreißig Jahre nach seiner Wiedervereinigung, Deutschlands „europäischer Moment“?

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Editoriaux de l'Ifri, 1. Oktober 2020
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Am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland nach vierzig Jahren deutscher Teilung wieder zu einem einigen Staat. Weniger als ein Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer, am 9. November 1989, wurden die Gebiete der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes Teil der Bundesrepublik Deutschland (BRD).

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Feierlichkeiten zur Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin.
Feierlichkeiten zur Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin.
Fotograf Wolfgang Kumm © Alamy Stock Photo/Editorial use
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Der rasche Prozess der deutschen Wiedervereinigung stellt das Gefühl des nationalen Zusammenhalts – sowohl auf territorialer als auch auf sozialer und politischer Ebene - des wiedervereinigten Deutschlands bis heute auf die Probe. Einige Gegenstimmen in den Jahren 1989-1990 hatten geschätzt, dass die Vollendung der Wiedervereinigung „mindestens eine Generation“ dauern würde. Wo steht Deutschland heute, dreißig Jahre später?

In einer Zeit, in der die Corona-Pandemiekrise Europa und die Welt hart trifft, scheinen die Karten sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene neu gemischt zu werden. Auf welche Weise offenbaren die Feierlichkeiten zum dreißigsten Jahrestag der deutschen Einheit die Position Deutschlands gegenüber der Europäischen Union?

Die deutsche Wiedervereinigung kann nicht als ein rein nationales deutsches Phänomen betrachtet werden. Seit 1990 kennen die Prozesse der deutschen Wiedervereinigung und der europäischen Integration ein gemeinsames Schicksal, wobei ihre Erfolge, Misserfolge und Grenzen miteinander verflochten sind. Im November 2019 erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas, dass „die deutsche Einheit auch ein Geschenk Europas an Deutschland ist“. Inwieweit ist die Integration, die die Europäische Union in den letzten 30 Jahren erlebt hat, nicht auch ein „Geschenk“ Deutschlands an Europa?

 

Paul Maurice ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri.

 

Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar: "Trente ans après sa réunification, le « moment européen » de l’Allemagne ?"

 

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Paul MAURICE

Intitulé du poste

Generalsekretär des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri

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Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
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Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

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Nicolai von ONDARZA
Seitenbildnachweis
Feierlichkeiten zur Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin.
Fotograf Wolfgang Kumm © Alamy Stock Photo/Editorial use

How can this study be cited?

Paul MAURICE, « Dreißig Jahre nach seiner Wiedervereinigung, Deutschlands „europäischer Moment“? », Editorials, Ifri, 1 Oktober 2020.
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