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Deutschland, die ewige “Zivilmacht”

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Accroche

Angeregt durch den Paradigmenwechsel am Ende der bipolaren Ära und die Ängste im Ausland vor einer deutschen Wiedervereinigung beschäftigten sich in den 1990er Jahren viele Experten mit der Frage, was für eine „deutsche Macht“ in der Zeit nach dem Kalten Krieg und darüber hinaus im 21. Jahrhundert insgesamt. 

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Corps analyses

Von allen vorgelegten Analysen ist das vom deutschen Politikwissenschaftler Hanns Maull stammende Konzept der „Zivilmacht“ dasjenige, das der Realität der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik sicherlich am nächsten kommt. Die Theorie der Zivilmacht ist um so überzeugender, als sie auf die Verteidigungspolitik der alten Bundesrepublik fast ebenso anwendbar ist wie auf die des vereinigten Deutschlands, da sie auf Grundlagen beruht, die sich seit den Anfängen der BRD auf der internationalen Bühne kaum verändert haben: ein starkes und dauerhaftes Bekenntnis zum Multilateralismus und zu bestimmten Formen des Supranationalismus, eine ausgeprägte Skepsis der öffentlichen Meinung gegenüber dem Einsatz von Waffengewalt durch die Armee, eine strenge Kontrolle der Streitkräfte durch die staatlichen Behörden und eine klare Bereitschaft der Regierungen, in der Militärpolitik keine internationale Führungsrolle zu übernehmen. Dies hat Deutschland zwar nicht daran gehindert, sich seit Ende der 1990er Jahre an zahlreichen Auslandseinsätzen zu beteiligen, diese waren jedoch stark überwacht, kontrolliert und vor allem auf friedenserhaltende Maßnahmen beschränkt. Die Bundeswehr ist keine Kampftruppe.

 

 

Hans Stark ist Professor für zeitgenössische deutsche Landeskunde an der Sorbonne Universität und Berater für die deutsch-französischen Beziehungen im Ifri.

 

Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar: Allemagne d'aujourd'hui, n° 235, janvier-mars 2021 (S. 17-27)

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Hans STARK

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Berater für deutsch-französische Beziehungen am Ifri

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Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
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Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

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