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Bundeswehr: Von der Zeitenwende zum Epochenbruch

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Accroche

Die von Olaf Scholz am 27. Februar 2022 angekündigte Zeitenwende schaltet einen Gang höher. Finanziert durch die Verfassungsreform der „Schuldenbremse” vom März 2025 und getragen von einem breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens zugunsten der Stärkung und Modernisierung der Bundeswehr, dürften die militärischen Kapazitäten Deutschlands in den nächsten Jahren rasch zunehmen. Vor dem Hintergrund sich wandelnder transatlantischer Beziehungen wird Berlin eine zentrale Rolle bei der Verteidigung des europäischen Kontinents zukommen, wodurch sich seine politisch-militärische Position auf dem Kontinent radikal verändert. 

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Berlin Allemagne 22 août 2024 : La Bundeswehr commémore les soldats tués au combat par une marche commémorative. Arrivée du cortège au bloc Bendler.
Berlin, Deutschland, 22. August 2024: Die Bundeswehr gedenkt mit einem Gedenkmarsch den im Kampf gefallenen Soldaten. Ankunft des Zuges am Bendlerblock
Mo Photography Berlin/Shutterstock.com
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Die Umsetzung der langfristigen strategischen Präferenz Deutschlands, seine Verteidigungsbemühungen über die NATO in Verbindung mit Verteidigungsindustrieprojekten zu organisieren, bei denen die deutsche Industrie im Mittelpunkt steht, wird seit langem bestehende Machtgleichgewichte verändern, mit erheblichen Auswirkungen nicht nur für die deutsch-französischen Beziehungen.
Die Ifri-Studie von 2023 „Zeitenwende: The Bundeswehr’s Paradigm Shift“ von Léo Péria-Peigné und Elie Tenenbaum hatte drei Herausforderungen für die deutschen Streitkräfte identifiziert: eine geringe Systemverfügbarkeit aufgrund von Wartungsrückständen und unzureichenden Beschaffungsprozessen, Personalressourcen, die hinter Rekrutierungszielen zurückbleiben, und schließlich eine strategische Kultur, die mit der Aufgabe der Bundeswehr als glaubwürdige Streitkraft zu kämpfen hat. An diesen drei „Fronten“ haben sich bedeutende Veränderungen vollzogen.

 

Johanna Möhring forscht zu Fragen der europäischen Sicherheit und Verteidigung. Sie ist promovierte Politikwissenschaftlerin und Chercheure associée am Centre interdisciplinaire sur les enjeux stratégiques (CIENS) der École Normale Supérieure, sowie Associate fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

 

Diese Publikation ist in den folgenden sprachen verfügbar (pdf): 
-    Französisch: "La Bundeswehr : de la Zeitenwende à l'Epochenbruch"
-    English: "Bundeswehr: From Zeitenwende to Epochenbruch"

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Notes du Cerfa, Nr. 189, Ifri, Februar 2026

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Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
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Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

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Frankreich und Deutschland: Trotz Divergenzen die europäische Souveränität stärken

Date de publication
15 Juli 2026
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Der mit dem Amtsantritt von Friedrich Merz als Bundeskanzler im Mai 2025 eingeleitete deutsch-französische „Neustart“ und seine Konkretisierung im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) in Toulon im August 2025 verfolgten das Ziel, den strukturellen Belastungen der bilateralen Beziehungen entgegenzuwirken. Gleichwohl lässt sich feststellen, dass die formulierten Ambitionen bislang nur teilweise umgesetzt wurden. Seit Anfang des Jahres 2026 befinden sich die deutsch-französischen Beziehungen in einer Phase, in der sich kurzfristige Spannungen mit grundlegenderen Divergenzen hinsichtlich politischer Prioritäten, des politischen Handlungsstils sowie der strategischen Kultur überlagern.

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Deutschland im Schatten der Vereinigten Staaten, Russlands und Chinas – Systemische Paradigmenwechsel

Date de publication
30 Juni 2026
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Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seinen Wohlstand auf einer internationalen Weltordnung aufgebaut, die auf Freihandel, Multilateralismus und geopolitischer Stabilität beruht. Dieses Modell stützte sich auf drei Beziehungen, die sich gegenseitig ergänzten: den militärischen Schutz durch die USA, die Energieversorgung durch Russland und die wirtschaftliche Integration mit China. Über mehrere Jahrzehnte hinweg betrachtete Berlin diese gegenseitigen Abhängigkeiten als Faktoren für Frieden, Wachstum und Sicherheit.

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Die deutsche Wirtschaft wieder ankurbeln: zwischen wirtschaftlichen, sozialen und verteidigungspolitischen Erfordernissen

Date de publication
19 Mai 2026
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Deutschland steht vor der Infragestellung der Grundlagen seines Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells und verliert die Orientierung. Das deutsche Nachkriegsmodells, das auf der Wirtschaftskraft der Bundesrepublik Deutschland beruht, und das jahrzehntelang mit Erfolg und Wohlstand gekrönt war, gerät stetig ins Wanken. Die bisher latente Angst vor Deindustrialisierung wird immer konkreter, insbesondere durch die Schwächung eines Schlüsselsektors: der Automobilindustrie.

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Ein Jahr Merz: Neustart gelungen – oder enttäuschte Erwartungen?

Date de publication
07 Mai 2026
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Im Wahlkampf hatte Friedrich Merz in Polen und Frankreich viele Hoffnungen geweckt. Wir haben zwei Experten gefragt, was ein Jahr später davon geblieben ist.

Hans STARK Malgorzata GEMEN
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Berlin, Deutschland, 22. August 2024: Die Bundeswehr gedenkt mit einem Gedenkmarsch den im Kampf gefallenen Soldaten. Ankunft des Zuges am Bendlerblock
Mo Photography Berlin/Shutterstock.com

How can this study be cited?

Johanna MÖHRING, « Bundeswehr: Von der Zeitenwende zum Epochenbruch », Notes, Ifri, 25 Februar 2026.
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