Deutschland und die G-Clubs
Für Deutschland hat sich die G20 als das zentrale Koordinationsgremium für internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik herausgebildet, jedoch auch andere G-Foren, allen voran der G7/G8, aber auch informellerer Formate.Insgesamt baut Deutschland auf eine sehr enge Abstimmung mit Frankreich in den unterschiedlichen G-Foren. Doch auch wenn zwischen Deutschland und Frankreich große thematische Überschneidung herrscht und die Länder eng zusammenarbeiten, setzen sie bei den Kernthemen eigene Schwerpunkte: Grundsätzlich setzt Deutschland mehr auf freie Marktkräfte. Dies äußert sich unter anderem in einem traditionell starken Bekenntnis zu einem System flexibler Wechselkurse, der Ablehnung enger Beschränkungen für Leistungsbilanzen und dem Fokus auf Markttransparenz in der internationalen Rohstoffpolitik. Frankreich wiederum verfolgt generell einen stärkeren Regulierungsansatz durch die Politik als Deutschland – deutlich zu erkennen in seiner Unterstützung für ein neues Wechselkurssystem, Beschränkungen der Leistungsbilanzüberschüsse sowie der Einschränkung von Spekulationen im Rohstoffbereich. Die deutsch-französischen Beziehungen innerhalb der G-Foren folgen somit dem Prinzip einer engen strategischen Partnerschaft, in der beide Seiten ihre eigenen Akzente setzen.
Katharina Gnath ist seit Januar 2009 Associate Fellow der DGAP. Sie ist auf internationale Wirtschaftsbeziehungen und -institutionen spezialisiert. Von Februar 2007 bis Dezember 2008 leitete sie das Programm »Globalisierung und Weltwirtschaft« im Forschungsinstitut der DGAP.
Dr. Claudia Schmucker ist Programmleiterin des Bereichs Globalisierung und Weltwirtschaft. Bevor sie 2002 zum Forschungsinstitut kam, arbeitete sie als Projektmanagerin des Center for international Cooperation (CIC) in Bonn.
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