Suche auf ifri.org

Über ifri

Häufige Suchanfragen

Suggestions

Die deutsch-französische Zivilgesellschaft: Gegenstand und Akteur der bilateralen Beziehungen. Bilanz und Perspektiven nach Unterzeichnung des Aachener Vertrags

Notes
|
Date de publication
|
Référence taxonomie collections
Visions franco-allemandes
Image de couverture de la publication
couv_vfa_32_de_page_1.png
Accroche

Der am 22. Januar 2019 in Aachen von Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete Vertrag unterstreicht die Rolle der Zivilgesellschaft in der bilateralen Zusammenarbeit und soll dazu beitragen, die „Gesellschaften [beider Länder] und ihre Bürgerinnen und Bürger enger zusammenzubringen“.

Image principale
Platz der Städtepartnerschaft Deidesheim - Saint-Jean-de-Boiseau, 25. August 2015
Platz der Städtepartnerschaft Deidesheim - Saint-Jean-de-Boiseau, 25. August 2015
Creative Commons
Corps analyses

Dieser Diskurs spiegelt den Stellenwert wider, den die Regierungen, die sich lange Zeit fast ausschließlich auf ihre eigene Rolle im Prozess der deutsch-französischen Annäherung und Zusammenarbeit konzentrierten, nun gesellschaftlichen Akteuren einräumen. Seit Beginn des Jahrtausends würdigen Medien und öffentliche Akteure „Bürgerinitiativen“, die ein Garant für Demokratie und Engagement von unten sein sollen.

Ausgehend von einer Definition der Zivilgesellschaft, im Verhältnis zu wirtschaftlichen und staatlichen Akteuren, wird ihr historischer Beitrag bei der Gestaltung der deutsch-französischen Beziehungen kontextualisiert. Anschließend analysiert der Artikel aktuelle Fragestellungen und Auswirkungen der sogenannten Zivilgesellschaft auf die bilateralen und europäischen Kontakte. Am Beispiel der Städtepartnerschaften werden verschiedene Entwicklungsabschnitte im Laufe der Zeit dargestellt. Partnerschaften ermöglichen es, den Beitrag der Gesellschaften zur gemeinsamen Aufarbeitung der Vergangenheit und auch Antworten zu beleuchten, die sie auf die Herausforderungen der Gegenwart geben, wie etwa während der „Schließung“ der Grenzen zur Zeit der Corona-Pandemie. Heute gelten die Vereine oder gesellschaftlichen Foren als das Fundament der europäischen Vereinigung. Es ist ihnen auch gelungen, ihre Bedürfnisse zu spezifizieren, sie den Politikern besser zu vermitteln und somit sogar erfolgreich die Einrichtung des Bürgerfonds einzufordern. Sie koordinieren sich vermehrt, was sich unter anderem an den Initiativen der beiden großen deutsch-französischen Verbände FAFA und VDFG widerspiegelt, die sich als deutsch-französisches Bürgerbüro sehen, das über den bilateralen Rahmen hinausgehen und eine größere Rolle in Europa spielen soll. Es wird jedoch deutlich, dass die Arbeit der französischen und deutschen Verbände oft noch bilateral ist. Die Europäisierung der deutsch-französischen Initiativen der Zivilgesellschaft bleibt eine Herausforderung für die kommenden Jahre.

 

Prof. Dr. Corine Defrance ist Forschungsdirektorin am CNRS und stellvertretende Direktorin des Forschungszentrums UMR SIRICE (Sorbonne Identités, relations internationales et civilisations de l'Europe). Sie ist assoziierte Professorin an der Universität Paris 1-Panthéon-Sorbonne.

Dr. Tanja Herrmann ist promovierte Historikerin und hat im Oktober 2017 eine Dissertation in Cotutelle an der Universität Mainz und der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne über den zweiten Boom der deutsch-französischen Städtepartnerschaften (1985-1994) verteidigt.

 

Diese Publikation ist auch auf Französisch verfügbar: "Société civile franco-allemande : enjeu et acteur des relations bilatérales. Bilan et perspectives après la signature du traité d’Aix-la-Chapelle" (pdf)

 

Decoration

Inhalte verfügbar in :

ISBN/ISSN

979-10-373-0451-3

Teilen

Laden Sie die vollständige Analyse herunter

Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung unserer Arbeit. Wenn Sie mehr Informationen über unserer Arbeit zum Thema haben möchten, können Sie die Vollversion im PDF-Format herunterladen.

Die deutsch-französische Zivilgesellschaft: Gegenstand und Akteur der bilateralen Beziehungen. Bilanz und Perspektiven nach Unterzeichnung des Aachener Vertrags

Decoration
Author(s)
Verwandte Zentren und Programme
Weitere Forschungszentren und Programme
Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
Accroche centre

Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

Image principale

Die Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg: Erster Test für die schwarz-rote Bundesregierung von Kanzler Merz?

Date de publication
02 März 2026
Accroche

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 stellt den ersten großen Stimmungstest für die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz dar. Gleichzeitig ist Baden-Württemberg eines der Bundesländer, das – als wichtiger Standort der deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferbetriebe – besonders von der durch Klimawandel und die internationale Konfliktkonstellation getriebenen Transformationspolitik betroffen ist.

Marc DEBUS
Image principale

Bundeswehr: Von der Zeitenwende zum Epochenbruch

Date de publication
25 Februar 2026
Accroche

Die von Olaf Scholz am 27. Februar 2022 angekündigte Zeitenwende schaltet einen Gang höher. Finanziert durch die Verfassungsreform der „Schuldenbremse” vom März 2025 und getragen von einem breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens zugunsten der Stärkung und Modernisierung der Bundeswehr, dürften die militärischen Kapazitäten Deutschlands in den nächsten Jahren rasch zunehmen. Vor dem Hintergrund sich wandelnder transatlantischer Beziehungen wird Berlin eine zentrale Rolle bei der Verteidigung des europäischen Kontinents zukommen, wodurch sich seine politisch-militärische Position auf dem Kontinent radikal verändert. 

Johanna MÖHRING

ESSI: Wie können die Divergenzen überwunden werden?

Date de publication
24 Januar 2025
Accroche

Die European Sky Shield Initiative hat zu zahlreichen Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland geführt. Fortschritte sind jetzt in Sicht. 

Héloïse FAYET Sven ARNOLD

Deutsch-französische Impulse für eine europäische Verteidigungspolitik – zwischen Gestaltungsanspruch und Defiziten

Date de publication
30 Januar 2026
Accroche

Mehr als 60 Jahre nach dem Élysée-Vertrag und sieben Jahre nach dem Vertrag von Aachen bleibt das deutsch-französische Tandem ein zentraler Machtfaktor innerhalb der Europäischen Union. Beide Länder bündeln einen erheblichen Teil des europäischen Bruttoinlandsprodukts, der industriellen Kapazitäten und der politischen Gestaltungsmacht. Gleichzeitig ist das Kräfteverhältnis im Jahr 2026 asymmetrischer geworden. Deutschland tritt unter Kanzler Friedrich Merz selbstbewusst als finanz- und sicherheitspolitisches Schwergewicht auf, während Frankreich politisch geschwächt ist.

Seitenbildnachweis
Platz der Städtepartnerschaft Deidesheim - Saint-Jean-de-Boiseau, 25. August 2015
Creative Commons

How can this study be cited?

Image de couverture de la publication
couv_vfa_32_de_page_1.png
Die deutsch-französische Zivilgesellschaft: Gegenstand und Akteur der bilateralen Beziehungen. Bilanz und Perspektiven nach Unterzeichnung des Aachener Vertrags, from Ifri von
Kopieren
Image de couverture de la publication
couv_vfa_32_de_page_1.png

Die deutsch-französische Zivilgesellschaft: Gegenstand und Akteur der bilateralen Beziehungen. Bilanz und Perspektiven nach Unterzeichnung des Aachener Vertrags