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Die deutsche Wirtschaft wieder ankurbeln: zwischen wirtschaftlichen, sozialen und verteidigungspolitischen Erfordernissen

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Ifri Studies, Mai 2026
Accroche

Deutschland steht vor der Infragestellung der Grundlagen seines Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells und verliert die Orientierung. Das deutsche Nachkriegsmodells, das auf der Wirtschaftskraft der Bundesrepublik Deutschland beruht, und das jahrzehntelang mit Erfolg und Wohlstand gekrönt war, gerät stetig ins Wanken. Die bisher latente Angst vor Deindustrialisierung wird immer konkreter, insbesondere durch die Schwächung eines Schlüsselsektors: der Automobilindustrie.

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Discours du chancelier allemand Friedrich Merz à l’European Industry Summit 2026 © dts News Agency Germany/Shutterstock.com
Rede des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz auf dem European Industry Summit 2026
News Agency Germany/Shutterstock
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Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie schwindet, und ihre Exportkraft wird durch die Konkurrenz aus China und den Druck der USA geschwächt.

Das sich verschlechternde geopolitische Umfeld verschärft die ohnehin schon schwächelnde Industrieleistung zusätzlich. Die von der „Ampel“-Koalitionsregierung eingeleitete Zeitenwende signalisierte bereits das Bewusstsein für Deutschlands Verwundbarkeit in einem Kontext, in dem Realpolitik vorherrscht und Abhängigkeiten zunehmend als Druckmittel eingesetzt werden (Energie gegenüber Russland, Sicherheit und Verteidigung gegenüber den USA und Wirtschaft gegenüber China).

Mit dem Amtsantritt der Regierung von Friedrich Merz hat die CDU erneut die Kanzlerschaft inne, allerdings im Rahmen einer Koalition mit der SPD, die Kompromisse und Zugeständnisse erfordert. Die Lockerung der Schuldenbremse, die Einrichtung eines Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) für die nächsten zwölf Jahre und die erhöhten Ausgaben im militärischen Bereich geben der neuen Regierung Spielraum, um dem Land zu neuem Aufschwung zu verhelfen.

Dabei müssen jedoch schwierige Abwägungen getroffen werden zwischen einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Zweifel in Bezug auf das deutsche Wirtschaftsmodell aufwirft; der Beibehaltung von sozialen Errungenschaften, die die Aufrechterhaltung des deutschen Nachkriegs-Wohlstandsmodells wahren soll; und der Verteidigungsfähigkeit, die angesichts der Bedrohungslage in Europa erhebliche militärische Anstrengungen Deutschlands erfordert. Zudem findet Deutschlands Neuausrichtung in einem Kontext statt, in dem es zwischen innenpolitischen Prioritäten und einem Gestaltungsanspruch auf europäischer Ebene hin- und hergerissen ist.

Inwieweit sind diese Zielsetzungen und Prioritäten miteinander vereinbar und auf welcher Ebene sind sie am Ehesten zu erfüllen? Um den deutschen Industriestandort, der bereits durch externe Schocks geschwächt ist, zu stärken, sind strukturelle Entscheidungen notwendig. Außerdem beansprucht Deutschland eine größere Führungsrolle in Europa. Wird es der Regierung möglich sein auf beiden Tableaus zu reüssieren?

 

Marie Krpata ist Research Fellow, Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri

Diese Publikation ist auf Englisch und Französisch verfügbar (PDF):

Englisch: Reviving the German Economy: Balancing Economic, Social, and Defense Priorities
Französisch: Redémarrer l’économie allemande : entre impératifs économiques, sociaux et de défense
 

 

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Marie Krpata

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Research Fellow, Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri

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Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
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Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

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Marc DEBUS
Seitenbildnachweis
Rede des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz auf dem European Industry Summit 2026
News Agency Germany/Shutterstock
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How can this study be cited?

Marie Krpata, « Die deutsche Wirtschaft wieder ankurbeln: zwischen wirtschaftlichen, sozialen und verteidigungspolitischen Erfordernissen », Studien, Ifri, 19 Mai 2026.
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