Die deutsch-indischen Beziehungen: wertegeleiteter oder interessensgeleiteter Partner?
Kaum ein anderes asiatisches Land hat in den letzten Jahren eine solche Aufwertung in der deutschen Außenpolitik erfahren wie Indien.
Vor dem Hintergrund des Aufstiegs Chinas und seiner hegemonialen Ambitionen identifizierten die Indo-Pazifik Leitlinien 2020 Indien als einen der zentralen Partner Deutschlands in der Region. Bundeskanzler Merz unternahm seine erste Asienreise im Januar 2026 nach Indien und nicht nach China. Verteidigungsminister Pistorius nannte Indien den wichtigsten strategischen Partner für Deutschland und Europa im Indo-Pazifik. Neue Abkommen wie zum Beispiel zur Dreieckskooperation und zu Migration und Mobilität 2022 sowie erstmalige Flottenbesuche und Militärmanöver haben die Zusammenarbeit seitdem weiter vertieft und unterstreichen damit die neue Qualität der bilateralen Beziehungen.
Die geopolitischen Veränderungen der letzten Jahre haben zu einer stärkeren Übereinstimmung der Interessen geführt, wie eine Analyse der verschiedenen Politikfelder zeigt.
Christian Wagner ist seit 2003 in der Forschungsgruppe Asien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).
Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar (pdf): Les relations germano-indiennes : un partenariat fondé sur des valeurs ou sur des intérêts ?
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Notes du Cerfa, Nr. 191, Ifri, März 2026
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Die deutsch-indischen Beziehungen: wertegeleiteter oder interessensgeleiteter Partner?
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Welchen Beitrag leistet die nukleare Abschreckung Frankreichs zur Verteidigung Europas?
Die französische nukleare Abschreckung dient in erster Linie der Verteidigung der lebenswichtigen Interessen Frankreichs, trägt jedoch auch zur Verteidigung Europas bei. Dieser Beitrag Frankreichs wird innerhalb des Atlantischen Bündnisses seit 1974 anerkannt, ist jedoch nach wie nicht in der Breite bekannt. Anlässlich einer Rede, die von den europäischen Partnern Frankreichs, aber auch von seinen Gegnern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, kündigte Präsident Emmanuel Macron nun ein neues Konzept für die nukleare Abschreckung Frankreichs an: das der „vorgelagerten Abschreckung“ (dissuasion avancée). Der vorliegende Artikel erläutert die Entstehungsgeschichte dieses Konzepts, seine wesentlichen Bestandteile sowie die in diesem Rahmen angestrebten Partnerschaften. Im Weiteren erörtert er den Bezug zur amerikanischen Doktrin der erweiterten Abschreckung (extended deterrence) und schließt mit einigen ethischen Überlegungen.
Frankreich und Deutschland: Trotz Divergenzen die europäische Souveränität stärken
Der mit dem Amtsantritt von Friedrich Merz als Bundeskanzler im Mai 2025 eingeleitete deutsch-französische „Neustart“ und seine Konkretisierung im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) in Toulon im August 2025 verfolgten das Ziel, den strukturellen Belastungen der bilateralen Beziehungen entgegenzuwirken. Gleichwohl lässt sich feststellen, dass die formulierten Ambitionen bislang nur teilweise umgesetzt wurden. Seit Anfang des Jahres 2026 befinden sich die deutsch-französischen Beziehungen in einer Phase, in der sich kurzfristige Spannungen mit grundlegenderen Divergenzen hinsichtlich politischer Prioritäten, des politischen Handlungsstils sowie der strategischen Kultur überlagern.