Die deutsche Industriemacht in Gefahr. Wie der Standort Deutschland den doppelten Schock der Energiewende und des geopolitischen Risikos zu bewerkstelligen hat.
Die deutsche verarbeitende Industrie, im Herzen der deutschen Wirtschaftsaktivität, ist seit ein paar Jahren mit unterschiedlichen Konjunkturschocks konfrontiert, die ihre Existenz auf dem deutschen Boden in Frage stellen: Die Energiewende, die sie kurzfristig davor abhält, auf fossile Energien aus Deutschland und Atomenergie zurückzugreifen; eine Infragestellung der Importe fossiler Energie aus Russland, die den Abzug der Produktionsstätten von fossiler Energie und Atomenergie verhindern; das unzureichende Vermögen erneuerbarer Energien, eine bedeutende Energienachfrage der verarbeitenden Industrie zu stillen; und das Zurückgreifen auf Alternativen zum Import von Energiequellen.
Sollte der Druck der europäischen Politik und der geopolitischen Krise mit Russland andauern und/oder wachsen, könnten energieintensive Industrien zu Teil- oder Vollschließungen von symbolischen Produktionsstätten bewogen werden, und ihre Aktivitäten in Drittstaaten auslagern. Die derzeitige Koalition in Deutschland, die sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt hat, dass die Energiewende beschleunigt werden soll, muss heute einer nie dagewesenen industriellen und geopolitischen Herausforderung entgegensehen.
Patricia Commun ist Professorin für deutsche Zivilisation an der Universität Cergy-Pontoise, Mitglied des AGORA-Labors und Direktorin des Masters in Sprachen und internationalem Handel UFR LEI.
Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar: "La puissance industrielle de l'Allemagne en danger" (PDF).
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