Die Zukunft der Günen: auf dem Weg zur Scharnierpartei?
Im Laufe der letzen 30 Jahre konnten sich die Grünen fest im Parteiensystem verankern und durch ihre Beteiligung an verschiedenen Landesregierungen und der Bundesregierung maßgeblichen Einfluss auf die Politikgestaltung nehmen.Die außerparlamentarische Protestbewegung hat sich über eine parlamentarische Oppositionspartei hin zu einer professionellen Regierungspartei entwickelt. Die Veränderungen der Grünen-Wähler und der Parteimitglieder reflektieren ihre soziale Etablierung: Überdurchschnittlich erfolgreich sind die Grünen bei Personen mit hohem formalem Bildungsgrad, bei Beamten, Angestellten und Selbständigen, in jüngeren Altersgruppen, bei Frauen und bei Konfessionslosen. Ihre lokalen Hochburgen haben sie in Großstädten und in stark urbanisierten Regionen mit einem hohen Gewicht des Dienstleistungssektors.Parallel dazu kann die Programmentwicklung durch die Begriffe „Deradikalisierung“ und „Normalisierung“ beschrieben werden. Da sich andere Parteien zunehmend den ökologischen Themen annehmen, reagieren die Grünen darauf mit einer „Radikalisierung“ ihrer Positionen im Bereich der Umweltpolitik. Ihre Positionierung im Zentrum der Gesellschaft bietet ihnen Koalitionsmöglichkeiten mit der CDU/CSU, der SPD und/ oder der FDP. Sollte dies gelingen, werden die Grünen vermeiden könne sich zu einer Nischenpartei zu entwickeln und zur ScharnierparteiDeutschlands werden.
Christoph Egle ist seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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Die Zukunft der Günen: auf dem Weg zur Scharnierpartei?
Welchen Beitrag leistet die nukleare Abschreckung Frankreichs zur Verteidigung Europas?
Die französische nukleare Abschreckung dient in erster Linie der Verteidigung der lebenswichtigen Interessen Frankreichs, trägt jedoch auch zur Verteidigung Europas bei. Dieser Beitrag Frankreichs wird innerhalb des Atlantischen Bündnisses seit 1974 anerkannt, ist jedoch nach wie nicht in der Breite bekannt. Anlässlich einer Rede, die von den europäischen Partnern Frankreichs, aber auch von seinen Gegnern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, kündigte Präsident Emmanuel Macron nun ein neues Konzept für die nukleare Abschreckung Frankreichs an: das der „vorgelagerten Abschreckung“ (dissuasion avancée). Der vorliegende Artikel erläutert die Entstehungsgeschichte dieses Konzepts, seine wesentlichen Bestandteile sowie die in diesem Rahmen angestrebten Partnerschaften. Im Weiteren erörtert er den Bezug zur amerikanischen Doktrin der erweiterten Abschreckung (extended deterrence) und schließt mit einigen ethischen Überlegungen.
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Der mit dem Amtsantritt von Friedrich Merz als Bundeskanzler im Mai 2025 eingeleitete deutsch-französische „Neustart“ und seine Konkretisierung im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) in Toulon im August 2025 verfolgten das Ziel, den strukturellen Belastungen der bilateralen Beziehungen entgegenzuwirken. Gleichwohl lässt sich feststellen, dass die formulierten Ambitionen bislang nur teilweise umgesetzt wurden. Seit Anfang des Jahres 2026 befinden sich die deutsch-französischen Beziehungen in einer Phase, in der sich kurzfristige Spannungen mit grundlegenderen Divergenzen hinsichtlich politischer Prioritäten, des politischen Handlungsstils sowie der strategischen Kultur überlagern.
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Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seinen Wohlstand auf einer internationalen Weltordnung aufgebaut, die auf Freihandel, Multilateralismus und geopolitischer Stabilität beruht. Dieses Modell stützte sich auf drei Beziehungen, die sich gegenseitig ergänzten: den militärischen Schutz durch die USA, die Energieversorgung durch Russland und die wirtschaftliche Integration mit China. Über mehrere Jahrzehnte hinweg betrachtete Berlin diese gegenseitigen Abhängigkeiten als Faktoren für Frieden, Wachstum und Sicherheit.
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