Mit Sicherheit eingebunden. Die bilaterale Wiederannäherung von Deutschland und Großbritannien nach dem Brexit
Seit dem britischen EU-Austritt haben die deutsch-britischen Beziehungen eine bemerkenswerte Wende durchlaufen: von der bewussten Distanzierung Berlins, während der Brexit-Verhandlungen – in denen Deutschland konsequent die Geschlossenheit der EU-27 über bilaterale Sonderwege – hin zu einer schrittweisen Wiederannäherung, die 2025 im Kensington-Freundschaftsvertrag ihren vorläufigen Höhepunkt fand.
Im Kontext der Zeitenwende ist die Verteidigungspolitik – bis hin zu gegenseitiger Beistandsverpflichtung und Nukleardialog – zum Kern des Verhältnisses geworden, wenngleich die asymmetrische Entwicklung der Verteidigungshaushalte Fragezeichen bei der Umsetzung aufwirft.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Vergleich im Dreieck der E3: Anders als der britisch-französische Lancaster-House-Vertrag enthält der Kensington-Vertrag eine bilaterale Beistandsgarantie. Für Berlin bleiben das E3-Format und „Weimar-Plus" die bevorzugten Instrumente, um London strategisch einzubinden, während die von Paris vorangetriebene Europäische Politische Gemeinschaft und die ‚Koalition der Willigen' in der deutsch-britischen Zusammenarbeit keine Rolle spielen.
Dr. Nicolai von Ondarza ist Senior Fellow in der Forschungsgruppe EU/Europa der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin sowie Associate Fellow im Europe Programme von Chatham House in London. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Governance der EU, demokratisches Regieren in Europa sowie die EU-UK und deutsch-britischen Beziehungen.
Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar (pdf): « Une association fondée sur la sécurité. Le rapprochement post-Brexit entre l’Allemagne et le Royaume-Uni dans le contexte européen ».
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Notes du Cerfa, Nr. 192, Ifri, Oktober 2026
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Mit Sicherheit eingebunden. Die bilaterale Wiederannäherung von Deutschland und Großbritannien nach dem Brexit
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