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Eine „grüne Gefahr“? Sorgen, Fantasien und Hoffnung auf Erneuerung prägen Frankreichs Erwartungen an eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen.

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Paris bereitet sich auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen in Deutschland vor. Fantasien und die Hoffnung auf Erneuerung prägen Frankreichs Erwartungen. Und – man ist etwas beunruhigt.

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Internationale Politik
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In Frankreich hegt man hohe Erwartungen an Deutschland, die jedoch durchaus paradox und manchmal sogar schizophren sein können. Einerseits gibt es immer noch die historisch geprägte Angst vor einem allzu mächtigen und arroganten Deutschland. Andererseits wachsen die Erwartungen an ein konsequenteres Engagement des deutschen Partners, der gerade in der Außen-, Europa- oder Verteidigungspolitik ot als zu zurückhaltend angesehen wird. Mit Blick auf dieses Paradoxon hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer zaghaften Politik das richtige Gleichgewicht geschaffen und französische Ängste beruhigt.

Die Bundestagswahl am 26. September beunruhigt die Franzosen, nicht nur wegen des Abschieds von Angela Merkel, sondern auch wegen der schlechten Wahlprognosen für die CDU/CSU. In politischen und diplomatischen Kreisen in Paris fürchtet man den wachsenden Einfluss der Grünen. Sollten sie stärkste Partei werden – oder, schlimmer noch, eine Regierungsmehrheit ohne die Union zustande kommen – wäre das keine gute Entwicklung. Das aus französischer Sicht schlimmste Szenario ist eine rot-rot-grüne Koalition, da diese alle in der Ära Merkel begonnenen Projekte – auch die zaghaftesten – infrage stellen würde.

 

 

Paul Maurice ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri.

 

Dieser Artikel wurde in der Zeitschrift Internationale Politik, Ausgabe 4/2021, "Verwandlungsbedarf" - Juli/August (S. 35-39) veröffentlicht. 

 

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Paul MAURICE

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Generalsekretär des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Ifri

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Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
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Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

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