Deutsch-Russische Wirtschaftsbeziehungen 2005-2010: Bestimmungsfaktoren, Praxis und Perspektiven
2005 war Deutschland Russlands bedeutendster Handelspartner, der wichtigste ausländische Investor und der größte internationale Gläubiger. Ende 2007 hat Deutschland dennoch den Spitzenplatz unter den wichtigsten Lieferländern Russlands an China verloren.
Die beiden Länder versuchen nun den gemeinsamen Wirtschaftsprojekten Finanzhilfen zukommen zu lassen und in Antwort auf den Medwedew-Aufruf zum Aufbau einer intelligenten russischen Wirtschaft die Wirtschaftskooperationen als „Innovationspartnerschaft“ neu zu definieren.
Die Praxis der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen orientiert sich immer mehr in Richtung des gegenseitigen Austausches. Das Projekt „Nord Stream“ ist, über die Polemik hinaus, die es auslöst, der Kern der deutsch-russischen Energiekooperation.
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland entwickeln sich also mittelfristig fort, stoßen jedoch auf beiden Seiten auf Vorsicht. Eine pragmatische Verdichtung der Kooperation ist absehbar, ohne dass diese jedoch als strategische Partnerschaft bezeichnet werden sollte.
Christian Meier ist wissenschaftlicher Oberrat a.D. und arbeitete für die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).
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