Die deutsche Energiewende: eine Herausforderung an die Industrie
Mit der Entscheidung für eine Energiewende, die international ohne Vorbild ist, hat Deutschland seine Industrie vor eine große Herausforderung gestellt. Zahlreiche Probleme treten durch diese Entwicklung zutage, oder werden sogar verschärft. Betroffen sind dabei die Strompreise, die Versorgungssicherheit, die Importe, die Speichermöglichkeiten sowie der Netzausbau. Während Unternehmen, die im Bereich der erneuerbaren Energien oder der Energieeffizienz tätig sind, darauf hoffen können, von der Situation zu profitieren, sind Unternehmen mit hohem Energieverbrauch den Preiserhöhungen besonders ausgesetzt.
In diesem Zusammenhang sind Markt und Regulierung gleichermaßen in die Überlegungen einzubeziehen. Um funktionsfähig zu sein, müssen die Märkte reguliert werden, ohne dass dabei jedoch die Strukturen der Marktwirtschaft beschädigt werden. Die potenziell bedrohten Branchen und insbesondere die Unternehmen mit hohem Energieverbrauch müssen geschützt werden, da sie eng mit den anderen Industrien verbunden sind. Inländische Forschungs- und Entwicklungsnetzwerke, die ihre Stärke aus den Kooperationen und Vernetzungen zwischen den Industrien beziehen, wären von neuen Preiserhöhungen und möglichen Standortverlagerungen besonders betroffen.
Grundsätzlich ist eine bessere Integration der Energie- und Strompolitik auf europäischem Niveau entscheidend, vorwiegend was den Bereich Elektrizität betrifft. Die Vollendung eines europäischen Strombinnenmarktes würde es ermöglichen, kostengünstigeren Strom zu gewährleisten, der umweltfreundlich ist und mehr Versorgungssicherheit bietet.
Dr. Hubertus Bardt ist stellvertretender Leiter des Bereichs Wirtschafts- und Sozialpolitik am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Er arbeitet insbesondere über Umwelt- und Energiefragen.
Diese Publikation ist auch auf Französisch "La transition énergétique : un défi pour l'industrie allemande" verfügbar.
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