Suche auf ifri.org

Über ifri

Häufige Suchanfragen

Suggestions

Unüberwindbare Divergenzen in der Haushaltspolitik Deutschlands und Frankreichs?

Notes
|
Date de publication
|
Référence taxonomie collections
Visions franco-allemandes
|
Références
Visions franco-allemandes, N° 34, Ifri, September 2023
Image de couverture de la publication
eisl_offentliche_verschuldung_couv.png
Accroche

Deutschlands und Frankreichs finanzpolitische Haushaltsführung werden einander des Öfteren gegenübergestellt. Deutschland gilt als Musterschüler, der in der Lage ist, sein Defizit einzudämmen und Überschüsse zu erwirtschaften – was insbesondere zwischen 2012 und 2019 dank der Einführung der Schuldenbremse, die in der Verfassung verankert ist, der Fall war. 

Image principale
Europäische Währung, Euro-Börsenflagge
Europäische Währung, Euro-Börsenflagge
Giulio Benzin / Shutterstock
Corps analyses

Aufgrund seines seit 1975 bestehenden Haushaltdefizits wird Frankreich regelmäßig ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Ab Mitte der 2000er Jahre divergierten die Haushaltsverläufe der beiden Länder deutlich, was sich am Haushaltssaldo und an der Staatsverschuldung messen lässt.

Doch im Kontext der „Polykrise“, die in Europa mit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2010 begann, mit der Coronakrise weiterwütete, und bis zum russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 reicht, unterscheiden sich die Auswirkungen auf die Handhabe der Staatsverschuldung in beiden Ländern deutlich. Das Fazit muss daher angesichts der Konsequenzen der jeweiligen verfolgten Maßnahmen differenzierter ausfallen:

Auf deutscher Seite belasten derzeit zu geringe öffentliche Investitionen die Qualität der Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Energie und Verkehr, aber auch bei der Einsatzfähigkeit der Armeen. Es folgen Überschüsse, die auf einem Wachstumsmodell beruhten, das nun stark internationalen Risiken ausgesetzt ist, und eine Zurückhaltung gegenüber einer stärkeren Koordinierung der Wirtschaftspolitik auf europäischer Ebene.

Frankreich ist haushaltspolitisch grundsätzlich schwächer aufgestellt, was in Zeiten geringen Wachstums und hoher Zinssätze – nach einer langen Zeit von Null- oder sogar Negativzinsen – ganz besonders deutlich zum Ausdruck kommt.

Während der Finanzierungsbedarf sowohl in beiden Ländern als auch in ganz Europa erheblich ist, um die Energiewende zu vollziehen, bestimmte Produktionen zu verlagern und die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, stellt sich die Frage, welche haushaltspolitischen Maßnahmen Deutschland und Frankreich ergreifen sollten. Wo sind mögliche Konvergenzpunkte zu verorten? Kompromisse sind in jedem Fall unerlässlich, um die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts und darüber hinaus eine bessere Steuerung der europäischen Wirtschaftspolitik sicherzustellen.

 

  • Diese Veröffentlichung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut Jacques Delors, einem europäischen Think Tank, erstellt.

Dr. Andreas Eisl ist Research Fellow für Europäische Wirtschaftspolitik am Jacques Delors Institut und assoziierter Forscher am Pariser Institut für politische Studien (Sciences Po). 

 

Diese Publikation ist auch auf Französisch verfügbar: Politique budgétaire en France et en Allemagne : des divergences insurmontables ? (pdf)

 

Decoration

Inhalte verfügbar in :

ISBN/ISSN

979-10-373-0745-3

Teilen

Laden Sie die vollständige Analyse herunter

Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung unserer Arbeit. Wenn Sie mehr Informationen über unserer Arbeit zum Thema haben möchten, können Sie die Vollversion im PDF-Format herunterladen.

Unüberwindbare Divergenzen in der Haushaltspolitik Deutschlands und Frankreichs?

Decoration
Author(s)
Verwandte Zentren und Programme
Weitere Forschungszentren und Programme
Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa)
Accroche centre

Das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) wurde 1954 durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet, um die Kenntnisse über Deutschland in Frankreich zu vertiefen und die deutsch-französischen Beziehungen, einschließlich ihrer europäischen und internationalen Dimensionen, zu analysieren. Durch seine Konferenzen und Seminare, die Experten, politische Entscheidungsträger, hochrangige Funktionäre und Vertreter der Zivilgesellschaft beider Länder zusammenbringen, fördert das Cerfa die deutsch-französische Debatte und regt politische Vorschläge an. Es veröffentlicht regelmäßig Studien in zwei Reihen: den « Notes du Cerfa » und den « Visions franco-allemandes ».

Das Cerfa unterhält enge Beziehungen zu deutschen Stiftungen und Think Tanks. Neben seiner Forschungs- und Debattenarbeit fördert das Cerfa die Entstehung einer neuen deutsch-französischen Generation durch originelle Kooperationsprogramme. So führte das Cerfa 2021-2022 ein Programm über Multilateralismus in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris durch. Dieses Programm richtete sich an junge Fachkräfte aus beiden Ländern, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeiten für die Herausforderungen des Multilateralismus interessieren. Es umfasste eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit Multilateralismus, wie internationalen Handel, Gesundheit, Menschenrechte und Migration, Nichtverbreitung und Abrüstung. Zuvor hatte das Cerfa am deutsch-französischen Zukunftsdialog teilgenommen, der von 2007 bis 2020 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung geleitet wurde, sowie an der Gruppe Daniel Vernet (ehemals Deutsch-Französische Reflexionsgruppe), die 2014 auf Initiative der Stiftung Genshagen gegründet wurde.

Ein Jahr Merz: Neustart gelungen – oder enttäuschte Erwartungen?

Date de publication
07 Mai 2026
Accroche

Im Wahlkampf hatte Friedrich Merz in Polen und Frankreich viele Hoffnungen geweckt. Wir haben zwei Experten gefragt, was ein Jahr später davon geblieben ist.

Hans STARK Malgorzata GEMEN
Image principale

Inkrafttreten des EU-Mercosur-Abkommens: Letzter Akt eines endlosen Dramas für Deutschland?

Date de publication
27 April 2026
Accroche

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 20. Januar 2026 erklärte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission: „Geopolitische Schocks können und müssen eine Chance für Europa sein.“

Image principale

Die deutsch-indischen Beziehungen: wertegeleiteter oder interessensgeleiteter Partner?

Date de publication
25 März 2026
Accroche

Kaum ein anderes asiatisches Land hat in den letzten Jahren eine solche Aufwertung in der deutschen Außenpolitik erfahren wie Indien. 

Christian WAGNER
Image principale

Die Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg: Erster Test für die schwarz-rote Bundesregierung von Kanzler Merz?

Date de publication
02 März 2026
Accroche

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 stellt den ersten großen Stimmungstest für die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz dar. Gleichzeitig ist Baden-Württemberg eines der Bundesländer, das – als wichtiger Standort der deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferbetriebe – besonders von der durch Klimawandel und die internationale Konfliktkonstellation getriebenen Transformationspolitik betroffen ist.

Marc DEBUS
Seitenbildnachweis
Europäische Währung, Euro-Börsenflagge
Giulio Benzin / Shutterstock

How can this study be cited?

Image de couverture de la publication
eisl_offentliche_verschuldung_couv.png
Andreas EISL, « Unüberwindbare Divergenzen in der Haushaltspolitik Deutschlands und Frankreichs? », Notes, Visions franco-allemandes, Ifri, 5 September 2023.
Kopieren
Image de couverture de la publication
eisl_offentliche_verschuldung_couv.png

Unüberwindbare Divergenzen in der Haushaltspolitik Deutschlands und Frankreichs?