Von Ähren und Allianzen: Die Agrarpolitik Deutschlands, Frankreichs und der EU im Spannungsfeld von Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit
Einflüsse und Entwicklungen in der deutschen Agrarpolitik, insbesondere unter dem Aspekt deutsch-französischer Beziehungen und die Rolle beider Staaten in der Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU haben sich in letzten 70 Jahren stark gewandelt.
Die zunächst bilateral begrenzte agrarpolitische Position entwickelte sich zunehmend zu einer teils konfliktträchtigen, teils kooperierenden Position innerhalb einer heute 27 Staaten umfassenden Gemeinschaft, mit veränderten Gewichtungen und Herausforderungen. Eine aktuell besonders große Herausforderung ist dabei der russische Angriffskrieg und seine weitreichenden Folgen für die Agrarmärkte und die globale Lebensmittelversorgung. Diese offenbart die Verknüpfung von globaler Ernährungssicherheit, internationaler Diplomatie und Wirtschaftspolitik. Zentrale politische Entscheidungsfelder sind dabei die Balance zwischen der unmittelbaren Versorgungssicherheit und den langfristigen Zielen wie Biodiversität sowie die Herausforderung, Strategien für eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, die sowohl auf geopolitische wie gesellschaftliche Kontexte anwendbar sind.
Kristina Mensah ist freiberufliche Gutachterin zu den Themen Agrarpolitik und Agrarhandel.
Diese Publikation ist auf Frankreich verfügbar: « Épis et alliances. La politique agricole allemande, française et européenne entre sécurité alimentaire et respect de l’environnement » (PDF).
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Von Ähren und Allianzen: Die Agrarpolitik Deutschlands, Frankreichs und der EU im Spannungsfeld von Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit
Zwischen Protest und Machtanspruch: Die AfD vor den Landtagswahlen im Osten
Die Landtagswahlen im September werden zeigen, inwieweit sich die AfD von einer Protestpartei zu einer potenziellen Regierungspartei entwickelt, vor dem Hintergrund einer zunehmenden politischen Fragmentierung und wachsenden Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Koalition. Während die AfD im Osten Deutschlands fest etabliert ist, gewinnt sie auch im Westen an Boden und wirft damit grundlegende Fragen zur Koalitionsbildung und zur künftigen Entwicklung der deutschen Politik auf.
Welchen Beitrag leistet die nukleare Abschreckung Frankreichs zur Verteidigung Europas?
Die französische nukleare Abschreckung dient in erster Linie der Verteidigung der lebenswichtigen Interessen Frankreichs, trägt jedoch auch zur Verteidigung Europas bei. Dieser Beitrag Frankreichs wird innerhalb des Atlantischen Bündnisses seit 1974 anerkannt, ist jedoch nach wie nicht in der Breite bekannt. Anlässlich einer Rede, die von den europäischen Partnern Frankreichs, aber auch von seinen Gegnern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, kündigte Präsident Emmanuel Macron nun ein neues Konzept für die nukleare Abschreckung Frankreichs an: das der „vorgelagerten Abschreckung“ (dissuasion avancée). Der vorliegende Artikel erläutert die Entstehungsgeschichte dieses Konzepts, seine wesentlichen Bestandteile sowie die in diesem Rahmen angestrebten Partnerschaften. Im Weiteren erörtert er den Bezug zur amerikanischen Doktrin der erweiterten Abschreckung (extended deterrence) und schließt mit einigen ethischen Überlegungen.
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Der mit dem Amtsantritt von Friedrich Merz als Bundeskanzler im Mai 2025 eingeleitete deutsch-französische „Neustart“ und seine Konkretisierung im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) in Toulon im August 2025 verfolgten das Ziel, den strukturellen Belastungen der bilateralen Beziehungen entgegenzuwirken. Gleichwohl lässt sich feststellen, dass die formulierten Ambitionen bislang nur teilweise umgesetzt wurden. Seit Anfang des Jahres 2026 befinden sich die deutsch-französischen Beziehungen in einer Phase, in der sich kurzfristige Spannungen mit grundlegenderen Divergenzen hinsichtlich politischer Prioritäten, des politischen Handlungsstils sowie der strategischen Kultur überlagern.
Deutschland im Schatten der Vereinigten Staaten, Russlands und Chinas – Systemische Paradigmenwechsel
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seinen Wohlstand auf einer internationalen Weltordnung aufgebaut, die auf Freihandel, Multilateralismus und geopolitischer Stabilität beruht. Dieses Modell stützte sich auf drei Beziehungen, die sich gegenseitig ergänzten: den militärischen Schutz durch die USA, die Energieversorgung durch Russland und die wirtschaftliche Integration mit China. Über mehrere Jahrzehnte hinweg betrachtete Berlin diese gegenseitigen Abhängigkeiten als Faktoren für Frieden, Wachstum und Sicherheit.