Das deutsche Gesundheitssystem angesichts der Corona-Krise
Der politische und gesundheitspolitische Umgang mit der COVID-19 Pandemie in Deutschland wird meistens als Erfolg betrachtet, der hauptsächlich auf die relativ niedrige Todeszahl zurückzuführen ist.
Drei Erklärungsfaktoren werden betont: Erstens, eine frühe Test- und Isolierungsstrategie, die auf einer hohen Dichte von Laboratorien und Gesundheitsämtern beruht; zweitens, die Behandlung von Patienten im ambulanten Sektor; und drittens, der Ausbreitungsmodus des Coronavirus in Deutschland.
Die Haupteigenschaft auf der politischen Ebene beruht auf einer Abstimmung zwischen Bund und Ländern, die sich durch einen politischen Konsens auszeichnet, wenngleich politische Auseinandersetzungen und unterschiedliche Strategien in den Bundesländern auch zu verzeichnen waren. Schließlich hat die COVID-19 Pandemie auch den Bedarf einer Fortsetzung, der bereits eingeleiteten Veränderungsprozesse im deutschen Gesundheitssystem unterstrichen.
Prof. Dr. Patrick Hassenteufel ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Paris-Saclay (UVSQ) und an der Sciences Po Saint-Germain-en-Laye.
Diese Publikation ist auf Französisch verfügbar: Le système de santé allemand face à la crise du coronavirus.
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